WARUM HASSEN WIR?

Warum hassen wir? 

Dieser Frage will ich in diesem Blog nachgehen und vor allem aufzeigen, wie wir Hass erlösen können – für uns selbst und für andere. 

 Ja, wie entsteht Hass?  

Hass entsteht durch permanente Kränkung, Ohnmacht, Ausweglosigkeit. Hass entsteht, wenn wir keine Möglichkeit hatten und haben, einfach nur geliebt zu werden so wir selber sind. Hass entsteht, wenn uns unsere Würde genommen wird. Hass entsteht, wenn wir uns zutiefst alleine fühlen, wenn wir gedemütigt werden, wenn uns etwas, was wir lieben, genommen wird, ja, wenn wir selbst bedroht werden. Hass entsteht, wenn unser Leben existentiell bedroht wird, ja, wenn wir um unser Überleben kämpfen. 

Doch die Wurzel des Hasses greift tief zurück in die Kindheit, in der wir als Menschen sehr vulnerabel und völlig abhängig von der Liebe und Fürsorge der Außenwelt sind. Wenn wir uns unverstanden fühlen, uns nicht geholfen wird, wir uns alleine und ausgeliefert fühlen, richten sich die dann wallenden Gefühle nicht nur gegen die Welt dort draußen, sondern auch gegen die eigene Hilfs- und Liebesbedürftigkeit. Wir richten dann unsere Emotionen jedoch häufig nicht gegen die Welt dort draußen, denn von der sind wir ja abhängig. Ja, wir richten sie nach innen. Wir schweben zwischen Vernichtungswut/Vernichtungswunsch und Vernichtungsangst. Es geht also darum, einerseits die „bösen“ Menschen am besten zu vernichten bei gleichzeitiger Angst, durch die Lieblosigkeit im Außen wie im Innen dann selbst vernichtet zu werden. Die Welt wird zum Feind und auch der eigene Impuls, der uns dorthin geführt hat. Die eigene Angst vor Vernichtung wird abgewehrt und der Hass als scheinbare Stärke im Außen gelebt.   

Aus der Innensicht des an seiner Bedürftigkeit leidenden Menschen hat sein Vernichtungshass die Qualität der Selbstverteidigung. Erst ist der Hass heiß und voller Gefühle, doch wird er nicht erlöst erkaltet er. Wir projezieren den Gefühlshass nach Außen und erkalten im Inneren und leben in Zynismus, Überlegenheitsgefühle, Vernichtungsvorstellungen. Erkalteter Hass kann wieder heiß werden, wenn er getriggert wird. 

Der Fremdenhass richtet sich beispielsweise in unserer Gesellschaft beispielsweise gegen die Asylsuchenden, die Armutsflüchtlinge, die Arbeitsimmigranten oder ähnlich Stigmatisierten. Diese bedürftigen Fremden rühren an die eigene schmerzende und beschämende Bedürftigkeit und ruft zugleich den Neid als jemand hervor, von dem phantasiert wird, dass für dessen Bedürftigkeit gesorgt wird, während man mit der eigenen Bedürftigkeit allein gelassen bleibt.

Der Hass ist die Liebe, an der man gescheitert ist. Sören Kierkegaard 

Hass ist also der Ausdruck eines tief traumatisierten Menschen – den es zu erlösen gilt. Doch dies ist nicht so einfach, denn der Mensch hat Angst, dass ihm mit dem Hass auch eine eigene Stabilität genommen wird. Aus Angst, zusammenzubröseln, wird der Hass aufrecht gehalten, auch wenn er dem Menschen selbst schadet. 

In einer Gesellschaft mit vielen traumatisierten Menschen entsteht Hass auch durch Manipulation. Hass kann geschürt werden, ja, auch die Hetze gehört etymologisch zum Hass. Hass schlüpft in uns rein wie ein Geist, den wir nicht gerufen haben und der dennoch willkommen ist. Hass ist ein Werkzeug für noch mehr Hass. 

Hass will keinen Frieden, denn der würde ihm die Legitimation nehmen.
Hass will keine Versöhnung, denn die würde ihn auflösen.
Hass will kein Ende, denn es wäre sein Ende. 

Der Urgrund des Hasses ist tiefe Unterlegenheit – der Hass ist der Versuch der -scheinbaren- Überlegenheit. Hass wird projeziert auf ein Außen, das wir für unser Leiden verantwortlich machen, auf Menschen, auf Systeme, auf Einstellungen. 

Wir hassen eher nach unten als nach oben. Wir hassen nicht den Chef, der uns demütigt, sondern den Ausländer, der es noch schlechter hat. Auf dieser Form des abwärtsgerichteten sozialen Vergleichs – ich erhebe mich über dich, weil du einer aus meiner Sicht niederen Gruppe angehörst – basieren ganze Staatsgebilde und politische Systeme. Der politisch-gesellschaftliche Kulminationspunkt des abwärtsgerichteten sozialen Vergleichs ist der Faschismus: Ganze Völker erklären sich selbst für wertvoller, andere für minderwertig. Solche Ideologien bringen Begriffe wie “Untermensch” hervor, gewissermaßen der begriffgewordene abwärtsgerichtete soziale Vergleich. Am Ende, so paradox das klingt, hassen Menschen andere Menschen – Juden, Schwarze, “Ausländer”, wen auch immer – um sich selbst besser zu fühlen. Verachtung ist auch eine Methode der Selbstwertsteigerung. 

Hass verbindet sich, wenn wir dort Gleichgesinnte finden und damit endlich eine Gemeinsamkeit, nach der wir Ausgestossene uns sehnen. Doch wahre Gemeinsamkeit webt sich aus Liebe als verbindendes Gefühl. Hass erzeugt scheinbare Verbundenheit für den Moment – den Moment, in dem der „Feind“ präsent ist.   

 Die gute Nachricht 

Es gibt bei all dem aber eine gute Nachricht: Wir können auch anders. Wir können Werte entwickeln, die Hass auflösen. Alkoholiker werden trocken, weil sie ihre Familie behalten wollen, Spielsüchtige hören auf zu zocken, weil ihnen ihr Haus wichtig ist. Und ganze Staaten wenden sich von ihrer rassistischen Ideologie ab, weil ein friedliches Miteinander von großem Wert ist. 

Niemand wird geboren, um einen anderen Menschen zu hassen. Menschen müssen zu hassen lernen und wenn sie zu hassen lernen können, dann kann Ihnen auch gelehrt werden zu lieben, denn Liebe empfindet das menschliche Herz viel natürlicher als ihr Gegenteil. Mandela 

Tatsächlich gibt es viele Beispiele dafür, dass sich Gesellschaften von der schnellen Dosis Hass verabschiedet haben, weil sie gemeinsam das höhere Gut im Blick hatten, manchmal sogar ohne Krieg. Der Erfolg der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung ist ein Beispiel, das Ende der Apartheid ein anderes, das Wahlrecht für Frauen, die zunehmende Gleichstellung Homosexueller und so weiter. Wir Menschen können das: Nein sagen zu Hass.  Ethik kann über Trauma siegen.  

Hass macht krank – uns selbst und andere. 

Hass lähmt das Leben, Liebe befreit es. 

Hass verwirrt das Leben, Liebe bringt es ins Gleichgewicht. 

Hass verdunkelt das Leben, Liebe erleuchtet es. Martin Luther King 

Doch erst einmal ist es wichtig, sich seinen Hass zuzugestehen. Er hat seine Berechtigung. Vielleicht nicht im Hier und Jetzt, sondern in der Vergangenheit. Denn jedes Kind hat das Recht auf Liebe und Geborgenheit, auf Unterstützung und Freiheit, auf Ermutigung und Selbstwert. 

Wenn die Eltern, die Gesellschaft nicht in der Lage waren, dies zu gewährleisten, dann kann Hass ein erst einmal verständliches Gefühl sein. Doch wohin damit? 

Hierzu möchte ich dir einige Wege aufzeigen. 

1 – Nimm den Hass, der als Reaktion auf eine demütigende Situation im Hier und Jetzt geschürt ist, als Tor – als Tor in deine Vergangenheit. 

2 – Finde die Ursprungssituation für diesen Hass. 

3 – Entdecke das gekränkte Ursprungsbedürfnis. 

4 – Formuliere eine Anklage, wer warum wann wie dieses Bedürfnis nicht erfüllt, gekränkt, erstickt hat. 

5 – Lass deine Wut über diese Schicksalssituation heraus: Schüttle, Tobe, Tose 

6 – Entspanne dich, lass los, genieße die Fülle der Stille 

7 – Entwickle heilende innere Bilder, die das verweigerte Ursprungsbedürfnis stille. 

8 – Erlebe Frieden. 

Wenn wir im inneren Frieden sind, können wir nicht mehr hassen. Wir können vielleicht mal wütend werden, doch wir balancieren wieder hinein in unsere schwingende Mitte. 

Ich möchte dich mit einer Imagination durch die Phasen der Erlösung führen. 

Ich spreche wieder in Ich-Form, damit ich mich und auch du dich besser wahrnehmen kannst. Ich führe dich jetzt gerne durch diese Schritte mit einer inneren Reise. Dann belebe die Weisheit in dir mit der folgenden Imagination. Bist du bereit? 

Imagination: Hass erlösen 

Ich schließe meine Augenlider. 

Ich richte meine liebevolle Aufmerksamkeit auf mein Herz, denn dort ist der Ort meiner Wahrhaftigkeit und all meiner Liebe. Mit jedem Atemzug richte ich mich auf in meine Größe, in meine Großzügigkeit, in meine Würde. Ich wachse über mich hinaus. Genau jetzt. 

Ich stelle mir vor meinen inneren Augen eine Bühne vor: Dort zeigen sich mir Situationen in meinem Leben, die mich mit Hass erfüllt haben. Ich schau, wie sich die Bühne füllt. Spüre wie mein Herz sich zusammenzieht, mein Blut stockt. Ich gebe dem Gefühl von tiefer Kränkung Raum.  

Ich schweife mit meinem Blick über die Bühne zurück in der Zeit, über Tage, Wochen, Monate und Jahre bis ich zur Ursprungssituation des Hasses komme. Ich schau genau hin, was da passiert. Ich spüre nochmals die Kränkung, die Wut, das Ausgeliefertsein. Ich war ganz ganz klein, hilflos.  

 Ja, ich nehme meine große Sehnsucht nach Liebe und Schutz, nach Stärkung und Geborgenheit wahr. Ich gebe diesem Bedürfnis ebenfalls Raum. Es ist ein Grundbedürfnis. Wir Menschen brauchen Liebe. Ohne Liebe kein Leben. Ja, ich habe auf die Verweigerung von Liebe mit Wut und Kränkung reagiert. Ich kann mein inneres Kind verstehen. 

Als Erwachsene trete ich hinein in diese damalige Szene, stelle mich schützend vor das innere Kind und formuliere in Richtung der beteiligten Personen: Dieses Kind hat ein Recht auf Liebe. Dieses Kind hat ein Recht auf Schutz. Dieses Kind hat ein Recht auf Geborgenheit. Ich klage an, dass diesem kindlichen Bedürfnis nicht erfüllt wurde. Ich klage an, dass dieses Kind alleine gelassen wurde. Ich klage an, dass dieses Kind in seiner Menschenwürde verletzt wurde. 

Ich formuliere die Anklage in meinen eigenen Worten. 1 Minute lang im Stillen. 

In den Augen meiner Gegenüber sehe ich Erkennen, ja, Erschütterung, Tränen laufen und er oder sie sagt: Es tut mir leid. Ich war so verwickelt in meine eigene Erziehung, in mein eigenes Schicksal, ich habe einfach weitergegeben, was ich selbst erfahren habe. Bitte verzeih mir.  

Ich vergebe und lasse diese Menschen von der inneren Bühne gehen.  

Ich wende mich meinem inneren Kind zu. Ich nehme es in die Arme und drücke es an mein Herz. Ja, ich wiege es an meinem Herzen. Ich spüre, wie es auftaut und wärmer wird. Ich streichle es liebevoll. Ich drücke ihm all meine Liebe aus. Ich frage es, was es braucht. Ich höre auf die Antwort. Ich erfülle ihm seinen Wunsch mit dr Macht meiner Phantasie. Ich gestalte ihm genau die Situation und damit die Erfahrung, die es braucht, um sich geborgen, sich und liebenswert zu fühlen. Es kann den Hass ableben und der Liebe zum Leben Raum geben. Ja, ich sehe, wie es aufblüht und Liebe ausstrahlt. 

Niemals in der Welt hört Hass durch Hass auf. Hass hört durch Liebe auf. Buddha 

Wenn du die Inspirationen aus diesem Blog in deinen Alltag bringen möchtest, empfehle ich dir folgende Übungen, um das Gelernte zu verkörpern und damit zu verinnerlichen.

Übungen: 

Ich schicke dir all meine Herzenswünsche, mögest du dich geliebt und beschenkt fühlen von der tiefen Weisheit, die in dir wohnt.  

Ich freue mich, wenn du diesen Blog teilst – denn wir brauchen viele, die durch die Tür im Innen gehen.   

Meine Vision ist eine Welt, die heilt.
Von Herzen Alexandra 

P.S.

Wenn du täglich eine Inspiration möchtest, dann abonniere das HerzLicht – eine Imagination für jeden Tag. Dies kann dir helfen, den Tag in einem neuen Licht zu sehen, deine Imagination anregen und dein Wohlgefühl vertiefen. 

Möchtest du wöchentlich dich informieren – dann abonniere meinen Podcast Am Lagerfeuer der Herzen. So wirst du wöchentlich begleitet mit Informationen, Imaginationen & Inspirationen, um deinen Weg in ein erfülltes gesundes Leben kontinuierlich weiter zu gehen.  

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Für Menschen mit der Diagnose Krebs steht die Plattform der Online Praxis Krebs und Bewusstsein zur Verfügung. Hier erhältst du viele hoffnungsvolle Botschaften als Video, Audio, Mp3 und regelmäßige Online-Live Veranstaltungen, um dich auf deinem ureigenen Heilungsweg nach der Diagnose Krebs zu unterstützen

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